Communiqué de Mgr Fellay (en allemand)
Petipeu Justin -  2002-01-21 09:11:53

Communiqué de Mgr Fellay (en allemand)

Pressemeldung der Priesterbruderschaft St. Pius X. zur Priestergemeinschaft
von Campos

16. Januar 2002,
Fest des Heiligen Marcellus

Am 18. Januar 2002 wird Kardinal Castrillon Hoyos in der Kathedrale von
Campos die Dokumente verlesen, durch die Papst Johannes Paul II. eine
apostolische Administration zu Gunsten der Priestergemeinschaft von Campos
und der mit ihr verbundenen Gläubigen errichtet. Mgr. Rangel wird als
katholischer Bischof anerkannt und an die Spitze der neuerrichteten
Administration ernannt. Diese Administration wird das Recht haben, die
liturgischen Bücher von 1962 zu benutzen, d. h. die tridentinische Messe zu
lesen. Die "möglicherweise eingetretenen" (sic) Kirchenstrafen werden
aufgehoben. Der Papst nimmt das Angebot der Priester von Campos an, die
Häresie innerhalb der Kirche zu bekämpfen.

Mgr. Rangel wird den Namen aller das Glaubensbekenntnis ablegen und eine
Erklärung verlesen, in der er Johannes Paul II. als Papst und den
Ortsbischof als rechtmäßigen Bischof anerkennt. Das zweite vatikanische
Konzil wird er als Konzil der katholischen Kirche anerkennen, sich jedoch
das Recht vorbehalten, in positiver Weise zu kritisieren, was nicht mit der
Tradition übereinstimmt. Ähnliches gilt für die heilige Messe, die als in
sich gültig anerkannt wird, jedoch konstruktiver Kritik unterworfen werden
darf.

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. stellt fest, dass es sich hier um das
Ergebnis eines Separat-Friedens handelt. Um ihn zu erhalten, mussten sich
die Priester von Campos in der einen oder anderen Weise von der Bruderschaft
distanzieren. Wir weisen auf die überstürzten und teilweise verheimlichten
Verhandlungen hin, die zu der aktuellen Anerkennung geführt haben.
Beispielsweise wurde die Forderung fallen gelassen, dass die tridentinische
Messe für jeden Priester zur freien Wahl gestellt werde. Alles dies ist
ungut, weil die Stärke in der Einheit liegt. Auch kann man nicht sagen, dass
durch dieses Abkommen die Kirchenkrise überwunden wäre. Es könnte allenfalls
ein Schritt in diese Richtung seien - die Zukunft wird es zeigen.

Die Priester von Campos versichern, den Kampf der Tradition weiterzuführen.
Es ist auch zu bedenken, dass kein substanzielles Zugeständnis im
dogmatischen Bereich gemacht wurde. Die Zeit alleine wird offenbaren, welche
Entwicklung Rom in diesem Werk erlaubt. In diesem Zusammenhang wird die Wahl
des Nachfolgers von Mgr. Licinio Rangel von großer Wichtigkeit sein. Aber
dieser Punkt ist nicht festgelegt. Ebenso wenig wie der juristischen Staates
der Administration.

Welche Beziehungen wird es in Zukunft mit Rom und mit uns geben? Auch dies
wird die Zeit erweisen. Die neu geschaffene Situation wird ein Testfall für
die Zukunft sein. Die Bruderschaft ist sehr zurückhaltend und beobachtet die
Entwicklung des Werkes und seiner Früchte mit Aufmerksamkeit und aus der
Nähe. Man beurteilt den Baum nach seinen Früchten.

Es bleibt fest zu halten, dass einem Werk der Tradition zum ersten Mal eine
diözesane Struktur verliehen wurde. Ein traditioneller Bischof ist nun als
solcher anerkannt, als voll und ganz katholisch.

Wir beten dafür, dass dies alles - trotz unserer gemischten Gefühle - zum
Guten für die Tradition und die Kirche ausschlage und wir wollen nichts
anderes als im Geiste und gemäss den Richtlinien Erzbischof Marcel Lefebvres
weiter zu arbeiten.

Am Fest des Heiligen Marcellus
+Bernard Fellay