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Kardinal Lehmann bezeichnet Opus-Dei-Gründer als Vorläufer des K Imprimer
Auteur : AMBROSIO Paul
Sujet : Kardinal Lehmann bezeichnet Opus-Dei-Gründer als Vorläufer des K
Date : 2002-11-19 16:19:34

Kardinal Lehmann bezeichnet Opus-Dei-Gründer als Vorläufer des Konzils

Gnade Gottes im Wirken der Laienchristen

BERLIN, 18. November 2002 (ZENIT.org).- Als einen Vorläufer des Zweiten Vatikanischen Konzils hat Kardinal Karl Lehmann den vor
kurzem in Rom vom Papst heilig gesprochenen Josemaría Escrivá bezeichnet. Dies sagte er am Samstag bei einem Vortrag über
Escrivà im Berliner Martin-Gropius-Bau mit dem Titel "Erneuerte Weltverantwortung aus dem Glauben".

Es sei ein Verdienst des Gründers des Opus Dei, dass er einzelne Ansätze der christlichen Tradition aufgegriffen und eine "laikale
Spiritualität" geschaffen habe. "Viele Aussagen des Konzils zur Berufung zur Heiligkeit in der Kirche und zum Glaubenszeugnis in
Kirche und Welt haben hier ihre Wurzeln", betonte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz.

Zu der vom heiligen Josemaría verkündeten Einheit von Zuversicht, Verantwortung und Freiheit als Elemente einer neuen
Laienspiritualität sei ihm nichts Vergleichbares bekannt. Er bezeichnete es als etwas "Revolutionäres", dass Escrivá sich nicht mit
einer ausgedünnten Ordensspiritualität für Laien abfinden wollte, sondern der Gnade Gottes im Wirken der Laienchristen mehr
zutraue.

Lehmann pflichtete in seinem Vortrag ausdrücklich Kardinal Friedrich Wetter bei, der vor einer Woche bei einem Pontifikalamt im
Münchner Liebfrauendom bekräftigt hatte, dass neben der Liturgie-, der Bibel- und der Ökumenebewegung auch Escrivá mit seinem
Beitrag zur Lehre von der allgemeinen Berufung zu Heiligkeit eine bedeutende Vorarbeit zu einer der wichtigsten Aussagen des
Konzils geleistet habe, die kaum zur Kenntnis genommen würden.

In Bezug auf die Mitglieder des Opus Dei erklärte Kardinal Lehmann, sie hätten im Berufsalltag eine große innere Freiheit, während
die Ausrichtung auf ein transzendentes, übernatürliches Ziel mit großer Gemeinsamkeit verfolgt werde.

Um zu verstehen, wieso der Opus-Dei-Gründer in relativ kurzer Zeit so viele Menschen anzog, müsse man bedenken, dass viele einen
Weg der Heiligung mitten in der Welt gesucht hätten, ihn aber mit den traditionellen Wegen nicht finden konnten.

"Nachdem anderthalb Jahrtausende lang das Ordensideal vorherrschte, greift das Opus Dei wieder die Art auf, mit der die Christen der
ersten Jahrhunderte ihren Glauben lebten", führte der Mainzer Bischof aus.

Der neue Heilige habe nicht in erster Linie Mächtige gewinnen wollen, vielmehr "Menschen mit einer Bereitschaft zum Einsatz und zur
Veränderung, auch zu Veränderung zuerst ihrer selbst". Das Leben müsse dafür in der Kontemplation wurzeln: "Immer wieder sagte
Escrivá, die Waffe des Opus Dei sei nicht die Arbeit, sondern das Gebet", betonte der Kardinal.

Angesichts negativer Stimmen zum Opus-Dei-Gründer plädierte er dafür, sich seine spirituellen Gestalt und der "zündenden Idee"
seines Wirkens zu stellen. Man müsse Escrivá noch mehr Menschen bekannt machen. Lehmann selbst sei früher von kritischen
Äußerungen des Theologen Hans Urs von Balthasar über das Opus Dei angesprochen gewesen.

Er hoffe, "dass man jetzt nach der Heiligsprechung im Blick auf Josemaría Escrivá endlich mal zu den wichtigen Inhalten" komme. Es
wäre ein unverzeihliches Versäumnis, sich nicht wenigstens zu mühen, das spezifische Zeugnis des neuen Heiligen für diese Zeit zu
entdecken.

Die spirituelle Herausforderung durch das Opus Dei dürfe von Diskussionen über die Inkulturation eines solchen Werkes in unserer
Gesellschaft nicht unterdrückt werden. "Die Kirche kann es sich heute nicht leisten, Charismen, die in ihr entstanden und aufgeblüht
sind, zu verachten", warnte Lehmann.

Der Vorsitzende der Bischofskonferenz zeigte sich erfreut, dass in der Kirche heute so viele geistige Schätze mit eigenem Profil in
den Ordensgemeinschaften, Säkularinstituten und "auf einzigartige Weise im Opus Dei" existierten, so dass der Einzelne wählen
könne, wo er sich am besten wiederfinde.

"Diese christliche Laienmentalität wird euch dazu befähigen, jede Form von Intoleranz und Fanatismus zu vermeiden", zitierte er zum
Abschluss aus einer nach seinen Worten bewegenden Predigt des heiligen Josemaría aus dem Jahre 1967.


La discussion

      Kardinal Lehmann bezeichnet Opus-Dei-Gründer  [...], de AMBROSIO Paul [2002-11-19 16:19:34]
          la vocation universelle à la sainteté [...], de Tim [2002-11-19 16:42:27]
              oups !, de Tintin (212.71.20.xxx) [2002-11-19 16:46:36]
              Si..., de Athanasios D. [2002-11-19 16:52:43]
                  Ergo nihil novi sub sole, de Tintin [2002-11-19 17:36:43]
                      Re : Ergo nihil novi sub sole, de PGM (216.162.67.xxx) [2002-11-20 03:57:55]
                      Par exemple..., de Athanasios D. [2002-11-20 18:00:09]
          Re : Kardinal Lehmann bezeichnet Opus-Dei-Grü [...], de max (195.146.229.xxx) [2002-11-19 21:49:56]