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[DEUTSCH] 10 Jahre traditionelle Messe in Estland Imprimer
Auteur : der Kerl...
Sujet : [DEUTSCH] 10 Jahre traditionelle Messe in Estland
Date : 2002-09-26 00:03:49

Mitteilungsblatt vom 2002 (Verschiedenes)

10 Jahre traditionelle Messe in Estland

von René Allik

Am 1. September sind es 10 Jahre, daß die hl. Messe aller Zeiten in Estland wieder regelmäßig gefeiert wird. Der Priester, der sie bewahrt hat, ist P. Einar Laigna.
Die Vorgeschichte ist lang. Estland ist seiner historischen Tradition nach ein protestantisches Land, das bereits ab 1525 gewaltsam protestantisiert wurde. Dennoch lebte der römisch-katholische Glaube in den Herzen und Sitten der Esten weiter. Über diese katholische Frömmigkeit berichtet wahrheitsgetreu und überzeugend der päpstliche Legat Antonio Possevino, der im 16. Jahrhundert Estland besuchte.
Das ganze 17. Jahrhundert hindurch, als Estland Provinz des schwedischen Königreiches war, wurde vom Staat der lutherische Glaube durchgesetzt, dennoch klagten die Lutheraner in den Visitationsprotokollen, daß die Esten im geheimen an den alten „abergläubischen“ (d. h. katholischen) Sitten festhielten. Sie liebten und verehrten weiterhin die Heiligen, besonders den hl. Antonius, den Patron der Landwirtschaft. Erst die Hungersnöte, Pestepidemien und der Verlust an Menschen im Nordischen Krieg zwischen Schweden und Rußland um die Wende des 18. Jahrhunderts erschöpften die Lebenskraft des Volkes. Es gab keine die Tradition bewahrende Elite mehr, und damit endete auch die katholische Tradition.

Die Wiedergeburt des katholischen Glaubens in Estland
Zur Erneuerung des katholischen Glaubens in Estland leistete P. Einar Laigna seinen Beitrag. P. Einar Laigna erhielt seine theologische Ausbildung am Estnischen Evangelisch-Lutherischen Institut und spezialisierte sich auf Kirchengeschichte und mittelalterliche Kultur. Er nahm das lutherische Grundpostulat ernst, wonach nur die Heilige Schrift das für den Glauben ausschlaggebende Dokument ist, und fand bald in den Texten der Heiligen Schrift die einzige von Jesus Christus gegründete Kirche - una sancta catholica ecclesia. Der Zwiespalt zwischen der lutherischen Theorie und der Heiligen Schrift sowie zwischen der Heiligen Schrift und der lutherischen Praxis trug unmittelbar dazu bei. Dies brachte natürlich Konflikte mit sich, weil P. Laigna keine Kompromisse in bezug auf Wahrheit und Moral machen wollte.
Im Jahr 1972 war dieser Zwiespalt zwischen Wahrheit und Wirklichkeit bei ihm zu einer inneren Krise geworden. Da griff die göttliche Vorsehung ein. Der damalige Sekretär des Metropoliten Nikodim in St. Petersburg (Rußland), der Mönchpriester Valeri Smirnov (sein Priestername war P. Mark), der insgeheim Jesuit war, suchte in Estland Menschen, die bereit waren, sich für den katholischen Glauben einzusetzen. Er fand P. Einar Laigna, der zu diesem Zeitpunkt bereits zu einer „reifen Frucht“ geworden war. Einige Monate später fuhren sie gemeinsam nach Litauen, ins Dorf Paberze, wo der Kapuzinerpater Stanislaus Dobrovolskis als Priester wirkte. In Paberze legte P. Einar Laigna am 2. September 1972 die Confessio fidei (das Glaubensbekenntnis) ab. Dieses Dorf mit seinem Kapuzinerpater wurde für die Wiedergeburt des katholischen Glaubens in Estland ein wichtiger Ort. Die kapuzinische Lebensweise von P. Stanislaus zog viele junge Menschen an. Daraus erwuchs die junge katholische Gemeinde in Estland.
P. Einar Laigna wurde in ein illegales Seminar nach Litauen gesandt, das P. Pranas Raciunas, Professor für Moraltheologie, leitete. Dort erhielt er eine gute katholische Ausbildung in Dogmatik, Liturgie und Askese. Am 16. August 1978 wurde er vom litauischen Bischof Sladkeviciaus zum Diakon und am 31. Dezember 1980 von Bischof Vassilik in Lvov (Ukraine) zum Priester im Ostritus geweiht. Gleichzeitig erhielt er die Erlaubnis, nach westlichem Ritus die hl. Messe zu feiern, in Rücksicht auf die alten Traditionen Estlands.
Nach seiner Priesterweihe arbeitete P. Laigna regulär in Litauen mit P. Raciunas und nahm auch in den 80er Jahren an der Missionsarbeit in Armenien teil, zusammen mit dem litauischen Priester Ricardas Repsisega.
Die Mission in Estland geschah in der Zeit so, daß P. Laigna öffentlich die Vorlesungen über mittelalterliche Kultur hielt; sehr oft kamen Leute, die an seinen Vorlesungen teilgenommen hatten, in die Kirche.
In jener Zeit gab es für ganz Estland nur einen sogenannten offiziellen Priester - einen Letten namens Mihail Krumpans. Er war erfüllt von einer tiefen christlichen Frömmigkeit, verbunden mit von Gott geschenkter Weisheit. Die Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen P. Krumpans und P. Laigna trug gute Früchte.
Am 24. Januar 1990 trat P. Laigna in Krakau (Polen) in den Dritten Orden der Dominikaner ein, wo er aber bald von der vom Modernismus durchdrungenen Doktrin und dem Niedergang der Disziplin enttäuscht war.
Anfang der 90er Jahre, als P. Laigna am estnischen Institut für Humanwissenschaft die Fächer Kirchengeschichte, Dogmatik und mittelalterliche Kultur lehrte, kamen viele Studenten und Studentinnen aus eigener Initiative zur katholischen Kirche.
Unter den isolierten Bedingungen der Sowjetunion war die römisch-katholische Kirche in Estland vor dem westlichen Liberalismus und dem Modernismus bewahrt worden; ebenso schützte der „Eiserne Vorhang“ die Gesellschaft Estlands vor dem moralischen Untergang. Im von der Sowjetunion besetzten Estland galten allgemein die alten, traditionellen Prinzipien. Erst nach dem Fall des „Eisernen Vorhangs“ konnte man sich dort ein trauriges Bild machen von dem Prozeß, den der Westen seit dem Zweiten Weltkrieg durchgemacht hatte.
P. Laigna machte seinen ersten Auslandsbesuch 1988. Er reiste auch nach Rom, wo er mit dem Heiligen Vater zusammentraf. Eine gnadenreiche Zeit schien für Estland anzubrechen. P. Einar Laigna bat bei seinen drei Besuchen in Rom immer wieder um einen Bischof für Estland. Als er am 7. Juli 1988 zum ersten Mal dem Papst begegnete, der sehr gut über die Situation der letzten 15 Jahre in Estland informiert worden war, nahm der Papst ihn an den Schultern, sah ihn lange an und sagte: „Ich gebe Ihnen meinen Segen für alles, was immer Sie unternehmen werden!“
Die Reise nach Rom und der Kontakt mit Europa hatten gezeigt, wie groß der Unterschied war zwischen dem in Europa vorherrschenden liberalen Katholizismus und dem an den alten, wahren Grundprinzipien festhaltenden Katholizismus in Estland. Wieder stand P. Einar Laigna vor einer tragischen Frage: Ist diese vom Modernismus durchdrungene Kirche in Europa dieselbe, die er in der Kirchengeschichte kennengelernt hatte?
Und wieder griff die göttliche Vorsehung ein… P. Laigna lernte in Moskau P. Jean-Marc Rulleau von der Priesterbruderschaft St. Pius X. kennen, der bald darauf Estland besuchte. Seit P. Laigna in Econe die traditionelle Liturgie gelernt hat, hat er vom 1. September 1992 an nur diese hl. Messe gelesen, die die katholische Kirche immer gefeiert hat.
Der Vatikan schickte ins Baltikum einen Bischof, wie P. Laigna vom Papst erbeten hat. Bischof für Estland und das ganze Baltikum war nun der Apostolische Nuntius Justos Mullor Garcia vom Opus Dei, dessen erste Amtshandlung in Estland darin bestand, P. Laigna wegen der Frage Modernismus - Tradition aus der kirchlichen Arbeit zu entfernen. Als der Heilige Vater 1993 Estland besuchte, erlaubte der Apostolische Nuntius kein Zusammentreffen zwischen P. Laigna und Johannes Paul II. Über die Messe aller Zeiten sagte der Nuntius einfach: „Diese Messe ist nicht verboten, aber ich werde es nie erlauben, diese Messe zu feiern!“
Inzwischen hatte P. Laigna den Verein „Studium Catholicum“ gegründet mit der Zielsetzung, die katholische Kultur zu erforschen. Doch wegen der Probleme mit dem Nuntius zerbrach der Verein, weil einige Mitglieder nicht mit dem Repräsentanten des Vatikans in Konflikt stehen wollten. Diese Mitglieder verließen den Verein, die traditionstreuen Mitglieder dagegen blieben. So war der Verein eigentlich eine um die hl. Messe versammelte Gemeinschaft.
Der Apostolische Nuntius verbot die Verwendung des Wortes „catholicum“ im Namen des Vereins, daher wurde er in „Studium medievale St. Pius X.“ umbenannt. Heute ist dieser Verein das offizielle Dach für unsere Tätigkeit, manchmal hält P. Laigna auch öffentliche Vorträge über mittelalterliche Kultur, Kirchengeschichte etc. für ein größeres Publikum.
Während dieser zehn Jahre ist aus diesem kleinen Kreis, der der hl. Messe aller Zeiten treu geblieben war, eine kleine Gemeinde mit vielköpfigen Familien erwachsen. Die Entwicklung dieser Gemeinde hat nun einen Punkt erreicht, wo sie eine Kapelle benötigt. Unter dem Zwang der Verhältnisse arbeitet P. Laigna im Moment bei den Streitkräften, doch in diesem Jahr will er unbedingt die Armee verlassen, um sich ganz der Kirche und der Heiligung der Seelen zu widmen (P.Laigna wurde 1993 Arbeit in der Armee angeboten, von 1994 bis 1997 leitete er die Logistikabteilung im Hauptstab. Seit 1997 ist er Hauptinspekteur der Streitkräfte und Berater der Armeeführung). P. Laigna hat bisher die hl. Messe an verschiedenen, einigermaßen geeigneten Orten gefeiert - in Wohnungen von Gläubigen, im Sommer im Wald, in einer leerstehenden Kapelle und im Museum. Das Museum ist ein wunderbar schönes Haus in der Altstadt. Über diese Möglichkeit, die hl. Messe zu feiern, haben wir uns sehr gefreut, doch wir wollen nicht irgendwo Gäste sein…
Diese Gemeinde steht in regelmäßigem, intensivem Kontakt zur Priesterbruderschaft; und deren Priester vom Ostpriorat, P. Stehlin an der Spitze, besuchen Estland. Dafür sind wir sehr dankbar, denn die Besuche sind immer eine große Unterstützung für die örtlichen Katholiken.
Bedenken wir, unter welchen Bedingungen P. Laigna und die der Tradition treu gebliebenen Gläubigen die hl. Messe bewahrt haben, können wir Gott nur von ganzem Herzen danken, dessen Segen uns hier in Terra Mariana behütet hat.



© 2002 Priesterbruderschaft St. Pius X. Deutschland


La discussion

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                  Re : Vorschlag, de der Kerl... [2002-09-26 21:04:50]
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